Die Fertigstellung eines weiteren Wohn- und Gewerbegebietes des Wohnungsbauprojekts Leidsche Rijn der Stadt Utrecht steht bevor: Terwijde Scherf 19, Westteil. Im August 2008 fiel der Startschuss für die Ingenieure der Allsat water consult GmbH, eine Fläche von etwa 6 ha wohnreif zu erschließen. Nun wird die Planung abgeschlossen.
Als Fußgängerzone mit viel Grün zieht sich der von Natursteinen dominierte „Scenic Walk“ durch den zentralen Teil des Baugebiets. Mit einer Mischung aus holländischen Zierpflanzflächen und alter holländischer Pflasterung spiegelt der „Scenic Walk“ den historischen Lebensstil in einem modernen Stadtzentrum wider.
Eine Herausforderung für die Planung ist der zukünftig noch erwartete Bauverkehr auf der nördlichen Durchgangsstraße „Jazzsingel“. Einerseits muss der Straßenoberbau so ausgebildet sein, dass Schwerlasten keine Beschädigungen hervorrufen, andererseits soll die Straße den Charme der Zierpflasterung des restlichen Gebiets besitzen. Hierfür wählte Allsat water consult eine besondere Oberflächengestaltung. In eine speziell gefärbte Asphaltdeckschicht wird mit Hilfe von Schablonen das Muster von Pflastersteinen gedruckt.
Zur Gewährleistung der Durchgängigkeit der Grachten – sowohl für den Wasseraustausch als auch zu deren Unterhaltung – ist ein etwa 70 m langer Düker geplant. Aus gestalterischen Gründen soll die Aufhöhung der Straßen vermieden werden. Daher wird der Düker, durch den später sogar ein Mähboot fahren kann, mit einer Querschnittsfläche von mehr als 4,5 m² aus leichten gewellten Stahlmultiprofilen gebaut.
Mit Entwicklung des TRIUMPH-Chips von JAVAD GNSS Inc. sind bereits die ersten GNSS-Empfänger kommerziell verfügbar, die die Fähigkeit mitbringen, neben den Signalen von GPS und GLONASS, Compass, QZSS und WAAS/EGNOS auch Signale des geplanten Europäischen Satellitenavigationssystems Galileo für die Positionsbestimmung zu nutzen. Die Signale der Galileo-Testsatelliten GIOVE-A und GIOVE-B werden damit schon heute empfangen. Es wird erwartet, dass andere Hersteller über kurz oder lang dieser Entwicklung folgen werden.
Etwas Zeit bleibt ihnen dafür noch, denn wenn alles nach Plan verläuft wird Galileo 2013 einsatzbereit sein. Um den Auftrag zum Bau der Galileo-Satelliten bewerben sich das Unternehmen EADS Astrium sowie der Bremer Konzern OHB. Derzeit läuft die Ausschreibung. Darin vorgegeben ist ein Höchstgewicht von 730 kg pro Satellit.
Laut eines Berichts der Financial Times Deutschland (FTD) vom 20.10.2008 werden die Satelliten jedoch voraussichtlich schwerer werden als geplant. Sollte das geplante Gewicht tatsächlich überschritten werden, so wären zusätzliche Raketenstarts nötig, um die letztlich 30 Satelliten auf ihren Umlaufbahnen in circa 23.260 km Höhe zu platzieren (27 plus drei Ersatz). Mit einer Ariane 5-Rakete könnten nicht mehr wie geplant vier, sondern nur drei Satelliten ins All befördert werden. Nach den Planungen sollen neben Ariane 5 auch russische Sojus-Fregat-Raketen eingesetzt werden, die jeweils zwei Galileo-Satelliten tragen sollen.
Sollten zusätzliche Raketenstarts erforderlich sein, so hätte dies auch höhere Gesamtkosten des Projekts zur Folge. Der Start einer europäischen Ariane 5-Rakete kostet um die 120 Millionen Euro. Auch der Zeitplan des Projekts müsste wohl erneut angepasst werden, um zusätzliche Raketenstarts zu organisieren.
Ein Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) vom 21.10.2008 gibt als Grund für die mögliche Gewichtzunahme der Galileo-Satelliten erhöhte Anforderungen an deren Zuverlässigkeit an. Allerdings ist es nach Darstellung der SZ noch nicht ausgemacht, dass das geplante Höchstgewicht der Satelliten tatsächlich überschritten wird.

Zu den Berichten von FTD und SZ gehts hier:
Financial Time Deutschland
Süddeutsche Zeitung