Das Galileo-Entwicklungsprojekt GIGA
Das Akronym GIGA steht für "Galileo Integrated Georeference Applications". Ziel des Projektes ist
es, Einsatzmöglichkeiten von Galileo in der Energiebranche zu erkennen, zu erforschen und publik zu machen.
Das Kick-Off-Meeting zum Projektstart fand am 8. September 2005 statt. Die Laufzeit des GIGA-Projekts
beträgt insgesamt 18 Monate. Das Projektteam, angeführt von ascos, dem Satellitenpositionierungsdienst
der E.ON Ruhrgas AG, besteht außerdem aus der ALLSAT, der VCS AG aus Bochum, dem Bundesamt für
Kartographie und Geodäsie in Frankfurt, der HiTec Marketing aus Österreich und der British Telekom.
Die Satellitennavigation wird schon heute vielfach in der Energieversorgung genutzt, um vor allem Netze zu
vermessen, zu planen, zu dokumentieren, zu überwachen und instand zu halten. Durch die Inbetriebnahme von
Galileo und in Kombination mit GPS und GLONASS erhofft man sich vor allem in Städten eine wesentlich
bessere Verfügbarkeit von Satellitensignalen. Dadurch soll eine Optimierung der Arbeitsabläufe im
Netzbetrieb ermöglicht werden.
Das Projekt GIGA ist in 3 Phasen untergliedert:
- In der ersten Phase wird in einer Studie der Markt der Versorgungsbranche sowie die sich dort im Einsatz
befindlichen Applikationen analysiert.
- In der zweiten Phase werden 3 Machbarkeitsstudien durchgeführt: Die erste Studie unter der Leitung
von British Telekom untersucht die Möglichkeiten für ein übergangsloses Schalten zwischen GNSS und
terrestrischen drahtlosen Netzen, während die zweite Studie unter der Leitung von ALLSAT die
Möglichkeiten für eine Verbesserung des GNSS basierten Positionierungsdienstes im Hinblick auf
Quality of Service, Integrität, Verfügbarkeit und Genauigkeit untersucht. Die dritte Studie unter
der Leitung vom BKG befasst sich mit den Möglichkeiten für eine verbesserte Übertragung von
GNSS Korrekturinformationen zum Benutzer. Zusätzlich wird in dieser Phase ein funktionaler Demonstrator
entwickelt, der primär die Vorteile von Zusatzinformationen über die Qualität eines verwendeten
Dienstes und ebenso die Vorteile der bereits zur Verfügung stehenden EGNOS Signale aufzeigen soll. Auch werden
Korrekturmodelle und andere Quellen überwacht und dem Endbenutzer bereitgestellt. Sekundär sollen
zusätzlich mögliche Verbesserungen in der Positionierungsgenauigkeit unter Verwendung von Reverse GNSS
bewertet und eine kontinuierliche Archivierung von Daten demonstriert werden.
- In der dritten Phase wird ein Businessplan auf Grundlage der zuvor erzielten Projektergebnisse entwickelt.
Dabei werden europäische Standards und Regelwerke ebenso wie Empfehlungen in technischer und
kommerzieller/organisatorischer Hinsicht die Basis für ein erfolgreiches Geschäftsmodell eines
Galileo-Service-Poviders in der Energiewirtschaft sein.