
GNSS-Positionierungssignale von GLONASS und GPS durchlaufen auf ihrem Weg von den Satelliten zu den Rovern und Referenzstationen verschiedene Schichten der Atmosphäre.
Eruptionen auf der Sonnenoberfläche verändern das Magnetfeld der Erde und den Gehalt freier Elektronen (TEC) in der ionisierten Schicht der Atmosphäre, der Ionosphäre. Diese Störungen wirken sich vor allem auf die Laufzeit der Signale aus – dem entscheidenden Kriterium zur Messung der Position mittels GNSS-Technik. Dadurch kommt es zu erheblichen Verzögerungen in der Positionierung. Zeitweise wird überhaupt kein Fixing der Mehrdeutigkeiten erreicht.
Die Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) können kostenlos die DGNSS-Echtzeit-Korrekturdaten aus dem von ALLSAT betreuten ascos Referenznetz nutzen. In diesen Daten sind die Signalstörungen quasi eingeschrieben – ihre Auswertung erlaubt Rückschlüsse auf den Zustand der Ionosphäre. ALLSAT entwickelt mit den DLR-Forschern im Rahmen einer Kooperation ein Konzept, um die Störungen in einem Rechner gestützten Modell zu erfassen. Die daraus abgeleiteten Parameter sollen es ermöglichen, mit einer Frist von ein bis zwei Stunden Vorhersagen über Qualitätsminderungen der Referenzdaten aufgrund von Störungen in der Ionosphäre zu treffen – und die DGNSS-Anwender frühzeitig zu warnen.