Geomonitoring und Multisensor-Referenzstationen – Der Fachbeitrag

Eine spannende GeoMonitoring Tagung 2020 liegt hinter uns. Am 12. und 13. März war die ALLSAT bei der Tagung sowohl als Aussteller als auch als Co-Autor eines Fachbeitrages vertreten.

GLOMON ALLSAT Gemonoitoring
Beratung am Stand der ALLSAT

Erstmalig wurden hier Ziele und Umsetzungen des neuen Forschungsprojektes gemeinsam mit der RAG Aktiengesellschaft (RAG), der GEOTEC GmbH und dem LVGL Saarland vorgestellt. “GNSS, Nivellement und Radar – einheitliche Multisensor-Referenzstationen zur Überwachung von Bodenbewegungen in ehemaligen Bergbaubereichen” – der Fokus liegt auf den Multisensor-Referenzstationen.

Multisensor-Referenzstationen

Nach Beendigung des aktiven deutschen Steinkohlenbergbaus im Dezember 2018 ist es die Aufgabe der RAG, die Überwachung im Nachbergbaubereich und in den Grubenwasseranstiegsgebieten für die Bergbaureviere in Nordrhein-Westfalen und an der Saar durchzuführen. Verschiedene Messverfahren wie Nivellement, Tachymetrie, GNSS, kombinierte Luftbild-/LIDAR-Befliegungen und fernerkundliche Radarverfahren haben sich mittlerweile im Geomonitoring etabliert und bewährt.

Für eine zielgerichtete Nutzung der Ergebnisse müssen die Vorteile der einzelnen Verfahren zu einem integralen Monitoringsystem verknüpft werden. Als wichtigen Schritt auf diesem Weg hat die RAG ein Konzept für Multisensor-Referenzstationen entwickelt, um GNSS, Radar und Nivellement zu verknüpfen, sodass die unterschiedlichen Verfahren räumlich und zeitlich einander zugeordnet werden können.

Konstruktionsskizze einer Multisensor-Referenzstation aus Doppel-Corner-Reflektor, GNSS-Monitoringstation, 
und Nivellementanschlusspunkten
Konstruktionsskizze einer Multisensor-Referenzstation aus
Doppel-Corner-Reflektor, GNSS-Monitoringstation und Nivellementanschlusspunkten

Datenhaltung und Datenauswertung in GLOMON

Die Auswertung der GNSS-Daten der Multisensor-Referenzstationen findet im GLOMON Web-Portal der ALLSAT GmbH statt (www.global-monitoring.net).

Im Rahmen des RAG FuE-Projektes bilden verschiedene SAPOS-Stationen sowie weitere GNSS-Referenzstationen in NRW ein Netz. Insgesamt besteht das Netz aus 19 Zweifrequenz-Referenzstationen. Für die Netzauswertung im Post-Processing sind die Softwarelösungen von GEO++ und WaSoft in GLOMON integriert. Von der Rohdatenkonvertierung bis hin zur Darstellung der Ergebniszeitreihen steuert GLOMON die notwendigen Schritte automatisiert.

Schaffung eines stabilen Referenzrahmens mit dynamischer Netzausgleichung

Durch die Integration des Programmsystems PANDA (GEOTEC GmbH) in GLOMON, soll ein stabiler Referenzrahmen geschaffen werden, bei dem das Konzept der zeitinvarianten Referenzstationskoordinaten überdacht wird.

Ziel dieser neuen Herangehensweise ist es, die durch eine Deformationsanalyse als verschoben detektierten Punkte nicht grundsätzlich aus der Netzauswertung auszuschließen, sondern das Bewegungsverhalten durch zeitvariante Koordinaten zu beschreiben. Mit der Einführung von Bewegungsmodellen für Referenzstationen werden deren Bewegungen nicht länger auf lokale Messungen/Monitoringstationen projiziert.

ALLSAT GLOMON Vortrag Geomonitoring
Spannender Vortrag von Volker Spreckels (RAG) und der ALLSAT

Volker Spreckels (RAG) gab den Tagungsteilnehmern in einem interessanten Vortrag Einblick in die neuartigen Ansätze des Gemeinschaftsprojektes. Den vollständigen Beitrag finden Sie unter: https://www.repo.uni-hannover.de/handle/123456789/9405.