3D-Laserscanning mit Leica RTC360: Präzise Bestandsdaten für Planung und Sanierung

Erfassung komplexer Bauwerke. Die erzeugten Punktwolken bilden eine belastbare Grundlage für Planung, Bewertung und Sanierung.

Praxisbericht aus dem Ingenieurbüro: Wenn vollständige Daten den Unterschied machen.

Wir hatten die Gelegenheit, mit Martin Ohlendorf von Pabsch Ingenieure über seine Erfahrungen aus mehr als 30 Jahren Vermessungspraxis zu sprechen. Im Mittelpunkt stand dabei eine Frage, die viele Ingenieurbüros aktuell beschäftigt: Wie lassen sich komplexe Bestandsbauwerke so erfassen, dass sie eine verlässliche Grundlage für Planung, Bewertung und Sanierung bilden?

Seine Antwort macht deutlich, wie grundlegend sich die Arbeitsweise verändert hat. „Früher hat man nur das aufgenommen, von dem man dachte, dass der Planer es braucht. Heute haben wir eine vollständige Punktwolke und können alles daraus ableiten. Das ist ein ganz anderer Ansatz.“
Mit dem Leica RTC360 hat sich bei Pabsch Ingenieure genau dieser Ansatz etabliert.

Leica RTC360 Bestandsaufnahme unter anspruchsvollen Bedingungen auf dem Wasser

Ein Projekt, das diesen Wandel besonders eindrucksvoll zeigt, ist die Vermessung eines Wendewehrs in Braunschweig. Ziel war es, eine belastbare Datengrundlage für die geplante Sanierung zu schaffen. Schon die Rahmenbedingungen machten deutlich, dass hier keine Standardsituation vorlag. Das Bauwerk ist komplex, in Teilen schwer zugänglich und musste teilweise direkt vom Wasser aus erfasst werden.

Leica RTC360 Bestandsaufnahme in der Praxis: Pabsch Ingenieure erfasst komplexe Bauwerke präzise für Planung, Bewertung und Sanierung.

Für die Aufnahme entwickelte Pabsch Ingenieure ein spezielles Messkonzept. Der Leica RTC360 wurde auf einem Stativ im Wasser positioniert, das dafür eigens hoch ausgezogen wurde.

„Wir haben ein Stativ im Wasser versenkt. Das Ganze war drei Meter hoch ausgezogen, das kann man hochkurbeln, und dann haben wir den Laserscanner oben drauf gesetzt.“

Der Scanner wurde anschließend schrittweise entlang des Bauwerks umgesetzt. Dazu musste das Stativ immer wieder aus dem Wasser gehoben, neu positioniert und erneut fixiert werden. Ergänzend kamen weitere Scanstandpunkte auf dem Wehr selbst sowie Drohnenaufnahmen hinzu.

„Wir haben das Wendewehr dreidimensional aufgenommen, ich glaube mit rund 40 Standpunkten, und zusätzlich noch das Geländemodell flussaufwärts und flussabwärts plus das Bett selber mit integriert.“

Gerade diese Kombination aus Scanner, klassischer Vermessung und ergänzender Drohnenbefliegung zeigt, welchen Mehrwert der RTC360 bei komplexen Infrastrukturprojekten in der Praxis tatsächlich liefert und wie breit und modern Pabsch Ingenieure in der Umsetzung solcher Aufgaben aufgestellt ist. Es entsteht nicht nur ein präzises Abbild des Bauwerks selbst, sondern eine vollständige geometrische Grundlage für die weitere Planung

Leica RTC360 überzeugt im Projekt: Wenn aus Skepsis Verständnis wird

Leica RTC360 Bestandsaufnahme in der Praxis: Pabsch Ingenieure erfasst komplexe Bauwerke präzise für Planung, Bewertung und Sanierung.

Nicht jeder Auftraggeber verbindet mit 3D-Laserscanning sofort einen greifbaren Nutzen. Auch beim Wendewehr in Braunschweig war die erste Reaktion zunächst zurückhaltend.
„Wir hatten dem Kunden gesagt, wir haben die Möglichkeit, das mit dem Laserscanner zu machen. Ja, was ist das denn? Ach, das wollen wir nicht.“
Die Wirkung zeigte sich erst mit der Präsentation der Ergebnisse. „Dann war dieser Aha-Effekt da. Die skeptischen Leute haben sich das angeguckt und waren auf einmal ganz begeistert, wie man durch dieses Wehr durchfliegen kann und alles optisch sieht.“

Leica RTC360 Bestandsaufnahme in der Praxis: Pabsch Ingenieure erfasst komplexe Bauwerke präzise für Planung, Bewertung und Sanierung.

Besonders relevant war dabei, dass sich nicht nur die Struktur des Bauwerks anschaulich darstellen ließ, sondern auch konkrete Schäden.
„Da ist ein Schaden, und ich konnte zeigen, dass man diese Schäden auch abgreifen kann, also messen kann, wie breit die sind.“

Gerade in Sanierungsprojekten ist das ein wesentlicher Vorteil. Das 3D-Laserscanning liefert nicht nur ein vollständiges digitales Modell, sondern eine belastbare Entscheidungsgrundlage für alle Beteiligten.

Punktwolken aus dem Leica RTC360 als Grundlage für die Planung

Der entscheidende Mehrwert entsteht nicht in der Aufnahme allein, sondern in der Qualität und Vollständigkeit der Daten. Während klassische Vermessung zwangsläufig eine Auswahl trifft, weil nur bestimmte Punkte aufgenommen werden, liefert der Leica RTC360 eine vollständige digitale Bestandsaufnahme.

Leica RTC360 Bestandsaufnahme in der Praxis: Pabsch Ingenieure erfasst komplexe Bauwerke präzise für Planung, Bewertung und Sanierung.

„Jetzt hat man eine Punktwolke und kann sagen, so kannst du selber rausmessen. Hier ist das gar kein Problem. Es gibt ja so einen Viewer und dann misst er das raus, was er braucht.“
Damit verändert sich auch die Zusammenarbeit zwischen Vermessung und Planung.

„Normalerweise nimmt man nur die Punkte auf, wo man meint, dass der Planer die bräuchte. Jetzt kann es ja sein, dass der Planer sagt, den einen Punkt hätte ich noch gerne gehabt, den habt ihr ja gar nicht. Dann müsste man wieder rausfahren.“
Mit einer vollständigen Punktwolke entfällt genau dieses Risiko. Die Daten stehen in einer Tiefe zur Verfügung, die spätere Rückfragen reduziert, Nachmessungen vermeidet und den gesamten Projektablauf robuster macht.

Langfristige Bestandsdaten durch 3D-Laserscanning mit dem Leica RTC360

Leica RTC360 Bestandsaufnahme in der Praxis: Pabsch Ingenieure erfasst komplexe Bauwerke präzise für Planung, Bewertung und Sanierung.

Ein weiterer Vorteil des Leica RTC360 zeigt sich bei Bauwerken, die nach einer Sanierung für lange Zeit nicht mehr zugänglich sind. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist ein Faulturm in Göttingen, einer der größten in Niedersachsen. Das Bauwerk wurde innen und außen vollständig erfasst und zusätzlich in mehreren Bauzuständen dokumentiert.

„Diesen Faulturm haben wir von innen gescannt und von außen. Und von innen war es besonders interessant, weil dort ein Gerüst aufgestellt war, 35 Meter hoch und ungefähr 30 Meter breit. Dann wurde das dreimal gescannt.“
Die drei Scanphasen dokumentierten unterschiedliche Zustände des Innenraums.
„Das erste Mal, wo das Gerüst ganz oben aufgebaut war, dann das zweite Mal, wo das Gerüst zur Hälfte abgebaut wurde, und dann noch mal, als das Gerüst ganz weg war.“

Leica RTC360 Bestandsaufnahme in der Praxis: Pabsch Ingenieure erfasst komplexe Bauwerke präzise für Planung, Bewertung und Sanierung.

Gerade dadurch entstand ein außergewöhnlich vollständiger digitaler Bestand des Bauwerks und seiner inneren Struktur. „Die Stadt Göttingen wollte das gerne haben, weil dieser Faulturm irgendwann wieder befüllt wird mit Klärschlamm und dann kommt man da 25, 30 Jahre nicht mehr ran.“

Genau darin liegt die besondere Stärke des 3D-Laserscannings mit dem RTC360. Es schafft nicht nur eine präzise Bestandsaufnahme für den aktuellen Planungsstand, sondern eine Datenbasis, die auch viele Jahre später noch von großem Wert sein kann.

Investition in Technologie als Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit

Für Pabsch Ingenieure ist der Einsatz moderner Technik keine Frage des Prestiges, sondern eine wirtschaftliche und strategische Entscheidung. Ohlendorf spricht im Interview sehr klar darüber, dass nicht jede Innovation sofort sinnvoll ist, wohl aber zum richtigen Zeitpunkt. „Man muss natürlich immer die Wirtschaftlichkeit betrachten. Und der Zeitpunkt des richtigen Einstiegs ist wichtig.“

Gerade beim Laserscanning sieht er diesen Zeitpunkt heute als erreicht an. „Jetzt ist ausgereifte Technik für einen guten Preis da. Und wenn man das verpasst, sich mit diesen Punktwolken zu beschäftigen, wird man irgendwann abgehängt.“

Die Investition wirkt sich dabei unmittelbar auf die Leistungsfähigkeit eines Büros aus. Wo vollständige Datensätze schneller und präziser bereitgestellt werden können, steigen Effizienz, Projektqualität und Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen. Moderne Datenerfassung ist damit nicht nur ein technischer Fortschritt, sondern ein wesentlicher Baustein unternehmerischer Zukunftssicherung.

Moderne Vermessungstechnik als Faktor für Mitarbeitergewinnung

Neben Wirtschaftlichkeit und Datenqualität nennt Ohlendorf noch einen weiteren Aspekt, der für viele Ingenieurbüros zunehmend relevant wird: die Attraktivität moderner Arbeitsplätze. „Die neue Technik begeistert schon die Praktikanten. So ein Laserscanner mit einer Punktwolke macht schon was her. Da kann man junge Leute mit anwerben.“

Gerade Technologien wie der Leica RTC360 schaffen Sichtbarkeit für ein modernes Berufsbild und zeigen, dass Vermessung heute weit mehr ist als klassische Einzelpunktaufnahme. Auch das kann im Wettbewerb um Nachwuchs und qualifizierte Fachkräfte ein entscheidender Vorteil sein.

ALLSAT als verlässlicher Partner mit direktem Support

Neben der Technik selbst ist für Pabsch Ingenieure auch die Zusammenarbeit mit ALLSAT ein wichtiger Bestandteil des Gesamtsystems. Im Interview betont Ohlendorf ausdrücklich die persönliche Erreichbarkeit und die Qualität des Teams. „Erst mal tolles Team, was Sie da haben von ALLSAT. Ich fühle mich da immer sehr gut aufgehoben.“ Besonders hervorgehoben wird auch der direkte Support. „Auch besondere Grüße an Kai Zimmermann. Der macht das ganz hervorragend, man kennt sich. Wenn wir Probleme haben, rufen wir da direkt an und er weiß dann Rat.“

Diese Form der Zusammenarbeit ist für den täglichen Einsatz hochrelevant. Gerade bei anspruchsvollen Projekten und komplexen Workflows entsteht zusätzlicher Nutzen nicht nur durch leistungsfähige Systeme, sondern auch durch einen Partner, der erreichbar ist, die Praxis versteht und schnell unterstützt.

Leica RTC360 Bestandsaufnahme als Grundlage für fundierte Entscheidungen

Der Einsatz des Leica RTC360 verändert die Bestandsaufnahme bei Pabsch Ingenieure grundlegend. Statt selektiver Einzelmessungen entsteht eine vollständige digitale Abbildung komplexer Bauwerke, die als belastbare Grundlage für Planung, Bewertung und Sanierung dient.

Gerade bei Projekten wie dem Wendewehr in Braunschweig oder dem Faulturm in Göttingen zeigt sich, dass der eigentliche Mehrwert nicht in der Messung allein liegt, sondern in der Qualität, Tiefe und langfristigen Verfügbarkeit der Daten. „Man hat auf einmal alle Informationen zur Verfügung. Und genau das macht den Unterschied.“

Unser herzlicher Dank gilt Martin Ohlendorf von Pabsch Ingenieure für das ausführliche Gespräch und die fundierten Einblicke in die Praxis des 3D-Laserscannings.


Leica RTC360 Bestandsaufnahme für Ihre Projekte

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